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Welches Holz für ein Schachbrett? Der Ratgeber zu den Holzarten

Veröffentlicht am 8 Min. LesezeitVon Bilal
Planche de 16 échantillons de bois d'échiquier, du plus clair, l'érable, au plus foncé, l'ébène
Inhalt · 11 Abschnitte
  1. 1Worauf es beim Holz eines Schachbretts ankommt
  2. 2Die 17 Holzarten im Vergleich
  3. 3Helle Hölzer für die weißen Felder
  4. 4Dunkle Hölzer für die schwarzen Felder
  5. 5Die besten Paare aus hellem und dunklem Holz
  6. 6Welches Holz für die Figuren?
  7. 7Massiv, Furnier oder „Nussbaum-Finish“: eine Produktbeschreibung lesen
  8. 8Exotische Hölzer: was die Vorschriften sagen
  9. 9Sie bauen Ihr Schachbrett selbst?
  10. 10Unsere Auswahl
  11. 11Häufige Fragen

Für ein Schachbrett bleibt das sicherste Paar Ahorn für die hellen Felder und Nussbaum für die dunklen Felder: ein klarer Kontrast, zwei formstabile Hölzer und ein vernünftiger Preis. Bei den Figuren ist Buchsbaum die Referenz, kombiniert mit Ebenholz, Palisander oder gebeiztem Buchsbaum für die schwarze Partei.

Dieser Ratgeber vergleicht 17 Holzarten nach messbaren Kriterien (Dichte, Härte, Formstabilität), nennt die besten Paare aus hellem und dunklem Holz und erklärt, wie man eine Produktbeschreibung liest. Wenn Sie direkt ein Modell suchen, sehen Sie sich unsere Schachspiele aus Holz an.

Das Wichtigste
  • Helle Felder: Ahorn, Bergahorn, Hainbuche oder Buche. Dunkle Felder: Nussbaum, Palisander, Wenge oder Mahagoni.
  • Für die Figuren braucht es ein dichtes, hartes Holz: Buchsbaum, Ebenholz, Palisander oder Sheesham.
  • Hartes Holz allein genügt nicht: Ein formstabiles Holz (geringes Schwindmaß) hält die Fugen zwischen den Feldern geschlossen.
  • „Nussbaum-Finish“ oder „Farbe Nussbaum“ in einer Produktbeschreibung bezeichnet einen Farbton oder ein Dekor, nicht die Holzart.

Worauf es beim Holz eines Schachbretts ankommt

Vier Kriterien unterscheiden die Holzarten. Die ersten drei lassen sich messen, das letzte hängt von Ihnen ab.

  • Die Dichte bestimmt das Gewicht in der Hand. Eine dichte Figur steht besser auf ihrem Feld und wirkt edler. Beim Brett spielt sie eine geringere Rolle.
  • Die Härte (Janka-Test, in Newton) misst die Widerstandsfähigkeit gegen Stöße. Je höher sie ist, desto weniger Spuren bekommen die Figuren und die Kanten des Bretts.
  • Die Formstabilität zeigt sich am Schwindmaß: Je stärker ein Holz beim Trocknen schrumpft, desto mehr arbeitet es mit der Raumfeuchtigkeit. Bei einem Brett aus wenig formstabilem Holz lösen sich die Felder oder reißen.
  • Kontrast und Stil: Hell und Dunkel müssen auf einen Blick unterscheidbar sein, ohne die Augen bei einer langen Partie zu ermüden.

Die 17 Holzarten im Vergleich

Die Werte stammen aus The Wood Database (Dichte bei 12 % Holzfeuchte, Janka-Härte, Volumenschwindmaß vom frischen zum trockenen Zustand). Je geringer das Schwindmaß, desto formstabiler das Holz.

Holzart Farbton Dichte (kg/m³) Härte (N) Volumenschwindmaß Verwendung im Schach
Zuckerahorn cremeweiß 705 6.450 14,7 % helle Felder
Bergahorn weiß, leicht gelblicher Schimmer 615 4.680 12,3 % helle Felder
Hainbuche grauweiß 735 7.260 18,4 % helle Felder, Figuren
Buche hell rosa, gleichmäßig 710 6.460 17,9 % Einsteigerspiele
Esche cremefarben, gemasert 680 6.580 15,3 % helle Felder
Buchsbaum blassgelb 965 13.080 19,0 % weiße Figuren
Olivenholz honigfarben, braun gestreift 980 12.060 12,8 % dekorative Bretter
Akazie (Mangium) goldbraun, gemasert 585 6.340 10,7 % Bretter, Kassetten
Eiche hellbraun, grobe Maserung 675 4.980 13,0 % Rahmen, Tische
Kirschbaum rosabraun, dunkelt mit der Zeit nach 600 5.120 13,8 % sanfte dunkle Felder
Europäischer Nussbaum warmes Braun 640 5.410 13,0 % dunkle Felder
Amerikanischer Nussbaum schokoladenbraun 610 4.490 12,8 % dunkle Felder
Mahagoni rotbraun 590 4.020 7,5 % dunkle Felder, Rahmen
Sheesham goldbraun mit violettem Schimmer 770 7.380 8,4 % dunkle Figuren, Bretter
Ostindischer Palisander violettbraun, dunkle Adern 855 10.440 8,6 % dunkle Figuren und Felder
Wenge sehr dunkelbraun, fast schwarz 870 8.600 13,3 % dunkle Felder
Gabun-Ebenholz tiefschwarz 955 13.700 19,6 % schwarze Luxusfiguren

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Durchschnittswerte: Sie schwanken von Baum zu Baum und je nach Trocknung.

JANKA-HÄRTE (N)Ebenholz13.700Buchsbaum13.080Olivenholz12.060Palisander10.440Wenge8.600Sheesham7.380Hainbuche7.260Buche6.460Ahorn6.450Nussbaum eur.5.410Bergahorn4.680Mahagoni4.020helles Holzdunkles Holz
Abbildung 1. Die Hölzer der Figuren (Ebenholz, Buchsbaum, Palisander) sind doppelt so hart wie die der Bretter (Ahorn, Nussbaum). Quelle: The Wood Database.

Helle Hölzer für die weißen Felder

Ahorn, die Referenz

Cremeweiß, mit feiner, dichter Maserung: Zuckerahorn ist das meistverwendete helle Holz für hochwertige Bretter. Er ist hart genug (6.450 N), um kräftig abgesetzten Figuren standzuhalten, und sein Schwindmaß (14,7 %) liegt nah an dem des Nussbaums, sodass sich die Fugen mit der Zeit nicht öffnen.

Bergahorn und Hainbuche, die europäischen Alternativen

Bergahorn ist ein europäischer Ahorn, etwas weicher und leicht gelblich. Er lässt sich gut bearbeiten und ist ein beliebtes helles Holz für Intarsien. Die härtere Hainbuche (7.260 N) hat einen gräulichen Ton und wird in Spielen aus Osteuropa und Russland auch für Figuren verwendet. Ihre Schwäche: ein hohes Schwindmaß, also ein Holz, das arbeitet.

Buche und Esche für erschwingliche Spiele

Die helle, gleichmäßige Buche findet sich in vielen Einsteiger- und Kinderspielen. Sie ist hart, aber wenig formstabil (17,9 % Schwindmaß): Sie reagiert stärker als andere Hölzer auf Feuchtigkeitsschwankungen. Die stärker gemaserte Esche wirkt lebendiger und passt gut zu einem sehr dunklen Holz wie Wenge.

Dunkle Hölzer für die schwarzen Felder

Nussbaum, warm und formstabil

Europäischer Nussbaum bietet ein warmes Braun, amerikanischer Nussbaum ein eher schokoladiges Braun. Beide sind formstabil und leicht zu bearbeiten. Mit Ahorn bilden sie den am besten lesbaren Kontrast, um lange ohne Ermüdung der Augen zu spielen.

Palisander und Sheesham, die Hölzer schöner Spiele

Ostindischer Palisander ist dicht (855 kg/m³), hart (10.440 N) und vor allem sehr formstabil: Sein Schwindmaß (8,6 %) gehört zu den geringsten der Tabelle. Er wird für Felder wie für Figuren verwendet. Sheesham, oft als „goldener Palisander“ oder „Rosenholz“ verkauft, ist ein hellerer und günstigerer Verwandter.

Wenge und Mahagoni

Das fast schwarze Wenge ergibt mit einem hellen Holz den stärksten Kontrast. Das rotbraune Mahagoni ist weich, aber außergewöhnlich formstabil (7,5 % Schwindmaß): Deshalb findet man es oft bei Rahmen und Kassetten. Sapelli, ein afrikanisches Holz derselben Familie, übernimmt dieselbe Rolle bei unserem Spieltisch.

Ebenholz, den Figuren vorbehalten

Schwarz, sehr dicht und sehr hart: Ebenholz ist das Holz hochwertiger schwarzer Figuren. Für Felder wird es selten verwendet, denn sein hohes Schwindmaß (19,6 %) macht das Verleimen großer Flächen heikel. Viele angebliche „Ebenholz“-Figuren sind in Wirklichkeit gebeizter Buchsbaum, sogenannter ebonisierter Buchsbaum: Achten Sie auf die genaue Angabe.

Die besten Paare aus hellem und dunklem Holz

Ein gutes Paar verbindet einen klaren Kontrast mit zwei ähnlichen Schwindmaßen, damit die Felder bündig bleiben.

Paar Kontrast Stil Unterschied im Schwindmaß
Ahorn und Nussbaum klar klassisch, passt überall gering (14,7 und 13,0 %)
Bergahorn und amerikanischer Nussbaum klar zeitgenössisch sehr gering (12,3 und 12,8 %)
Ahorn und Palisander stark elegant, warme Töne deutlich (14,7 und 8,6 %)
Esche und Wenge sehr stark grafisch, Design gering (15,3 und 13,3 %)
Ahorn und Kirschbaum sanft warm, dunkelt mit der Zeit nach sehr gering (14,7 und 13,8 %)
Buchsbaum und Ebenholz (Figuren) maximal Turnier, Luxus bei Figuren ohne Bedeutung

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Tipp

Für ein erstes schönes Spiel wählen Sie Ahorn und Nussbaum: das Paar, das alles verzeiht, optisch wie im Gebrauch. Um anschließend Größe und Format zu wählen, gibt Ihnen unser Ratgeber zur Wahl eines Holzschachbretts die richtigen Anhaltspunkte.

Welches Holz für die Figuren?

Figuren brauchen ein dichteres und härteres Holz als das Brett: Man greift sie, setzt sie ab und lässt sie manchmal fallen. Buchsbaum ist seit dem Staunton-Spiel von 1849 die Referenz für die weißen Figuren. Auf der anderen Seite stehen Ebenholz (Luxus), Palisander oder Sheesham (Mittel- und Oberklasse) und ebonisierter Buchsbaum (das beste Preis-Leistungs-Verhältnis).

Sind Holzfiguren zu leicht, gleicht eine Beschwerung das aus: Ein Metallgewicht unter dem Filz senkt den Schwerpunkt und vermittelt das Gefühl einer dichten Figur.

Massiv, Furnier oder „Nussbaum-Finish“: eine Produktbeschreibung lesen

Drei Wörter ändern alles in einer Produktbeschreibung.

  • Massiv: Jedes Feld ist ein Stück Vollholz. Das ist am langlebigsten, aber auch am empfindlichsten gegenüber Feuchtigkeit.
  • Furnier oder Intarsie: 0,6 bis 1 mm dünne Holzblätter, auf einen stabilen Träger geleimt. Das ist kein Mangel: Es ist die Technik der meisten schönen Bretter, gerade weil sie sich nicht verzieht.
  • „Finish“, „Farbe“ oder „Optik“ Nussbaum: ein Farbton oder ein aufgedrucktes Dekor auf MDF oder hellem Holz. Das kann hübsch aussehen, ist aber kein Nussbaum.
Achtung

Steht in einer Produktbeschreibung nur „Holz“, ohne die Holzart zu nennen, handelt es sich oft um ein gängiges Holz oder ein gebeiztes Furnier. Wenn Ihnen die Holzart wichtig ist, fragen Sie vor dem Kauf beim Verkäufer nach.

Exotische Hölzer: was die Vorschriften sagen

Die Palisander (Gattung Dalbergia) stehen alle in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), außer Rio-Palisander in Anhang I. Ein fertiger Gegenstand aus Ostindischem Palisander oder Sheesham ist bis 10 kg Holz pro Sendung von der Genehmigungspflicht ausgenommen, was ein Schachspiel abdeckt. Für Palisander und Ebenholz aus Madagaskar gilt dagegen eine Empfehlung zur Aussetzung des Handels: Ein Spiel, das solches Holz enthält, sollte man besser meiden.

Wenge steht nicht auf der CITES-Liste, wird aber von The Wood Database als gefährdete Art auf der Roten Liste der IUCN geführt. Fragen Sie nach der Herkunft, bevor Sie ein Spiel aus exotischem Holz kaufen.

Sie bauen Ihr Schachbrett selbst?

Hobbytischler stellen sich in Foren dieselben Fragen. Hier die Antworten, die immer wiederkehren.

  1. Zwei Hölzer mit ähnlichem Schwindmaß wählen. Bergahorn und amerikanischer Nussbaum, Ahorn und Kirschbaum oder Esche und Wenge verhalten sich fast gleich. Kombinieren Sie kein sehr formstabiles Holz (Mahagoni) mit einem, das stark arbeitet (Buche, Hainbuche).
  2. Einen stabilen Träger bevorzugen. Mehrschichtiges Sperrholz von 15 mm oder furniertes MDF arbeitet nicht. Nadelhölzer wie Tanne sind nicht zu empfehlen: Sie arbeiten, und ihre Oberfläche vergilbt.
  3. Beide Seiten furnieren. Ein nur einseitig verleimtes Furnier zieht am Träger und lässt ihn sich verziehen. Ein Gegenfurnier auf der Rückseite gleicht die Spannungen aus.
  4. Die Felder auf die Figuren abstimmen. Ein Feld von 5 bis 6 cm nimmt Turnierfiguren auf (König von etwa 9,5 cm). Der Fuß des Königs sollte etwa drei Viertel eines Feldes bedecken.
  5. Das Brett richtig ausrichten. 8 × 8 Felder, mit einem hellen Feld in der rechten unteren Ecke jedes Spielers.
  6. Die Oberfläche an einem Reststück testen. Ein Hartöl oder ein matter Lack schützt gut, aber manche Öle lassen Ahorn vergilben und Nussbaum nachdunkeln.

Unsere Auswahl

Drei Holzspiele für drei Zwecke: ein vollständiger Klassiker, ein edleres Modell und ein Tisch, der im Wohnzimmer bleibt.

Quellen: The Wood Database (Dichte, Janka-Härte und Schwindmaß je Holzart); CITES, Notifikation 2020-033 (Anmerkung #15 zu Dalbergia); RVO, niederländische CITES-Behörde.

Häufige Fragen

Ist Akazie ein gutes Holz für ein Schachbrett?

Ja, für ein Brett für den Alltag. Akazie (Acacia mangium), die im Möbelbau am häufigsten ist, hat eine mittlere Härte (6340 N) und bleibt recht formstabil (10,7 % Schwund). Ihre ausgeprägte Maserung ergibt ein warmes Brett, aber der Kontrast zwischen den Feldern ist geringer als bei Ahorn und Nussbaum.

Ist ein Schachbrett aus Olivenholz eine gute Idee?

Als Dekorationsobjekt ja: Olivenholz ist sehr dicht (980 kg/m³), sehr hart, und jedes Brett hat eine einzigartige Maserung. Diese lebhafte Maserung macht das Spielfeld allerdings schlechter lesbar. Man verwendet es eher für Rahmen, Ausstellungsbretter und Backgammon.

Ist Palisander ein gutes Holz für Schach?

Eines der besten: dicht, hart (10.440 N) und sehr formstabil (8,6 % Schwund). Es eignet sich für dunkle Felder ebenso wie für Figuren. Prüfen Sie nur die Herkunft: Für Palisander aus Madagaskar gilt ein Handelsstopp.

Welches ist das härteste Holz für ein Schachbrett?

Unter den gängigen Holzarten sind Gabun-Ebenholz (13.700 N), Buchsbaum (13.080 N) und Olivenholz (12.060 N) am härtesten. Das sind vor allem Hölzer für Figuren: Bei einem Brett zählt die Formstabilität mehr als die Härte.

Eignet sich Eiche für ein Schachbrett?

Für den Rahmen oder einen Tisch ja. Für die Felder ist sie eine seltene Wahl: Ihre grobe Maserung und ihr mittlerer Farbton ergeben einen schwachen Kontrast, sowohl zu hellen als auch zu dunklen Hölzern.

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